Wird diese Nachricht nicht richtig dargestellt, klicken Sie bitte hier.
 

 
Kooperationsgemeinschaft Mammographie Ausgabe 12 | 21. Februar 2018

Aus der Wissenschaft

Mortalitätsevaluation für das deutsche Mammographie-Screening startet

Das Bundesamt für Strahlenschutz - Geschäftsstelle der Mortalitätsevaluation des deutschen Mammographie-Screening-Programms - gibt bekannt: Im Januar 2018 startete die Hauptstudie, die die Senkung der Brustkrebssterblichkeit durch das Mammographie-Screening in Deutschland untersuchen wird. Aufgrund der notwendigen langen Nachbeobachtungszeit zur Reduzierung der Brustkrebsmortalität ist mit konkreten Aussagen dazu nicht vor 2022 zu rechnen.
Weitere Informationen finden sich auf den Internetseiten des BfS.

MSP | Gut zu wissen

©fotoliaxrender - stock.adobe.com

Entdeckte Brustkrebsvorstufen im Mammographie-Screening meist aggressiv

Die häufigste Diagnose bei den Brustkrebsvorstufen im zweijährlichen Mammographie-Screening-Programm ist die biologisch aggressivste Form. Sie birgt das größte Risiko, in ein so genanntes invasives Karzinom überzugehen. Dabei handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der in das umliegende Gewebe wächst, in die Lymphknoten und anderen Organe streuen kann.

Die aktuelle Untersuchung aus Nordrhein-Westfalen wertete die Daten von rund 714.000 Frauen aus, die bis zu dreimal regelmäßig in einem zweijährlichen Abstand am Mammographie-Screening teilgenommen haben. Bei 1970 Frauen wurde eine Brustkrebsvorstufe entdeckt, in der Hälfte aller Fälle handelte es sich in der Folgeteilnahme um die aggressivste Form.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es weit weniger Überdiagnosen im Mammographie-Screening geben könnte, als bislang von Experten diskutiert. Bei Überdiagnosen handelt es sich um entdeckte Brustkrebserkrankungen, die im Laufe des Lebens einer Frau ohne Früherkennung nicht auffällig geworden wären. Die größte Wahrscheinlichkeit einer Überdiagnose wird den „harmlosen“ Brustkrebsvorstufen zugeschrieben, die erst in mehr als zehn Jahren in einen invasiven Brustkrebs übergehen können. Nun wurde gezeigt, dass viele der im Mammographie-Screening entdeckten Brustkrebsvorstufen aggressiv sind. Sie entwickeln sich sehr viel schneller als die harmloseren Formen. Deshalb steigt ihr Anteil mit der wiederholten Screening-Teilnahme. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass gerade die regelmäßig teilnehmenden Frauen vom Mammographie-Screening besonders profitieren. Denn sind die Brustkrebsvorstufen aggressiv, werden sie durch diese Form der Brustkrebsfrüherkennung häufig entdeckt, bevor sie in einen aggressiven invasiven Brustkrebs übergehen können.

Studie: Detection Rates of Ductal Carcinoma in Situ with Biennial Digital Mammography Screening: Radiologic Findings Support Pathologic Model of Tumor Progression. Weigel S, Khil L, Hense HW, Decker T, Wellmann J, Heidrich J, Sommer A, Heidinger O, Heindel W. Radiology. 2017 Nov 6:170673. doi: 10.1148/radiol.2017170673. [Epub ahead of print]


MSP | Gut zu wissen

EUREF bestätigt: Das Mammographie-Screening-Programm auf world class level

Ende 2017 zertifizierte EUREF („European Reference Organisation for Quality Assured Breast Cancer Screening and Diagnostic Services“) die fünf Referenzzentren des deutschen Mammographie-Screening-Programms.
EUREF attestiert den Referenzzentren Berlin, Nord (Oldenburg), Südwest (Marburg), München und Münster eine Arbeitsweise auf „world class level“ und lobt sowohl die physikalisch-technische Qualitätssicherung, Fortbildung, Beratung und Betreuung von Ärzten und radiologischen Fachkräften sowie die Sicherstellung und stetige Verbesserung der medizinischen Qualität.
Bestandteil der Überprüfung und Voraussetzung für diese Zertifizierung ist, dass auch alle 95 Screening-Einheiten im Programm die Qualitätskriterien erfüllen. Die Referenzzentren und somit das gesamte deutsche Mammographie-Screening-Programm erhielten das Zertifikat „European Reference Centre for Breast Screening“ mit einer Gültigkeitsdauer von fünf Jahren.


Häufig gestellte Frage

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben den größten Nutzen von einem 2-JÄHRLICHEN Mammographie-Screening. Das haben Studien belegt. Die allermeisten vorhandenen Karzinome können in diesem Untersuchungsabstand in einem frühen Stadium gefunden werden. Auf der anderen Seite bleibt die Belastung der Frauen durch Strahlendosis und erneuten Untersuchungen bei nicht eindeutig als gutartig einzustufenden Auffälligkeiten so gering wie möglich.


Veranstaltungen

Fortbildungskongress für Gynäkologen in Düsseldorf

Nach dem erfolgreichen Auftakt im letzten Jahr wird die Kooperationsgemeinschaft Mammographie auch in diesem Jahr wieder auf dem Fortbildungskongress der Frauenärztlichen Bundesakademie vertreten sein. Bei einer Teilnehmerzahl von 1.100 Ärztinnen und Ärzten freuen wir uns auf den Austausch zum Thema Brustkrebsfrüherkennung. Wichtiges Hauptthema in diesem Jahr: Pro- und Kontra-Diskussionen, u. a. „Mammographiescreening erweitern auf 45 bis 75 Jahre?“ Wir werden berichten.


Aus der Öffentlichkeitsarbeit

Gut informiert auf Instagram und Facebook

Seit unseren Online-Aktionen zum Brustkrebsmonat mit Informingo und BWatch sind auch unsere Social-Media-Aktivitäten bekannt. Inzwischen haben wir eine beachtliche Followerzahl von 24.000 auf Facebook und 700 auf Instagram und sind täglich im regen Austausch mit interessierten Frauen zu Themen rund um die Brustkrebsfrüherkennung und zum Mammographie-Screening-Programm. Schöne Bilder verknüpft mit Wissenswertem informieren nicht nur, sondern unterhalten auch. Sie kennen uns noch nicht? Dann schauen Sie doch mal vorbei! 

Hier geht's zu unserer Facebook-Seite!
Hier geht's zu unserem Instagram-Profil!