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Kooperationsgemeinschaft Mammographie Ausgabe 05 | 27.Oktober 2016

Brustkrebsmonat Oktober: Informingo auf Facebook

Aufmerksamkeit für das Thema Brustkrebsfrüherkennung schaffen, mit Frauen in den Dialog treten und ihnen eine Möglichkeit des Austauschs zu bieten – all das ermöglicht uns der Facebook-Kanal der Kooperationsgemeinschaft Mammographie.
Mit Start des Brustkrebsmonats trat der „Informingo“ auf die Facebook-Agenda. Mit vielen unterschiedlichen Beiträgen, vom neuen Animationsfilm bis hin zu eigenen Posts von Frauen mit dem Informingo-Tattoo, belebt der pinke Vogel die Diskussion rund um das Thema Mammographie-Screening. Schon nach wenigen Tagen klickten viele hundert Facebook-Nutzer mehr auf unserer Seite „Gefällt mir“.
Besonders gefallen hat uns der Austausch mit den Screening-Einheiten. Einige nahmen den „Informingo“ als Leitmotiv für den eigenen Auftritt. Wir teilten interessante Beiträge untereinander und machten damit die Informationen für viele weitere Facebook-Nutzer zugängig. Andere Screening-Einheiten ohne Facebook-Anbindung sendeten uns Fotos von ihren tollen Veranstaltungen. Wir können schon jetzt sagen, dass die „Informingo-Aktion“ auf Facebook ein großer Erfolg ist.

Sind Sie selbst auf Facebook unterwegs und neugierig geworden? Dann empfehlen wir Ihnen einen Besuch auf unserem Facebook-Kanal. Hier finden Sie auch außerhalb des Brustkrebsmonats spannende Themen rund um das Mammographie-Screening-Programm.

Vom Tag der Offenen Tür bis zum Benefizlauf

Aktiv, informativ, engagiert – viele Screening-Einheiten nahmen den Brustkrebsmonat Oktober zum Anlass, das Mammographie-Screening-Programm in die Öffentlichkeit zu tragen.
Nur ein Beispiel ist der Venuslauf der Bremer Krebsgesellschaft, bei dem das Team der Bremer Screening-Einheit fleißig Spendenkilometer erlaufen hat. Bei strahlendem Sonnenschein nahmen insgesamt rund 3000 Frauen, Männer und Kinder am 16. Solidaritätslauf teil. Dabei wurden 29.157 Kilometer gezählt. Die erlaufenen Kilometer werden mit 50 Cent pro km von privaten Spendern und Firmen gesponsert. Davon profitieren in Zusammenarbeit mit der Krebsgesellschaft Sportvereine, die Bewegungsprogramme für krebserkrankte Menschen anbieten.
Der Weg zur Venus ist noch lang, bei 35.000.000 Kilometer bis dorthin wurde bisher nicht einmal 1 Prozent erreicht…Also heißt es: Immer weiter laufen!!

Weitere Veranstaltungen:

Komen-Lauf in Frankfurt am Main +++ Veranstaltungen zum 10jährigen Jubiläum in Bremerhaven +++ Ostfriesenlandschau in Leer +++ Informationsstand zum Brustkrebsmonat in Sömmerda und Mühlhausen gemeinsam mit dem Brustzentrum Mittelthüringen +++ Brustkrebstag im Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam +++ Informationsstand zum Brustkrebsmonat im Anger in Erfurt sowie Aktionen in der Bremer Einkaufspassage +++ 27.10.-29.10. - Informationsstand zum Brustkrebsmonat im Thüringen-Park Erfurt +++ 16.11. - 4. Imland-Krebstag/Gesundheitstag in Rendsburg

Mammographie-Screening „fischt“ Karzinome rechtzeitig genug ab

Eine aktuelle Studie aus Deutschland zeigt erstmals, dass durch die regelmäßige Untersuchung im Mammographie-Screening-Programm die Rate an fortgeschrittenen Tumoren bei den anspruchsberechtigten Frauen gesenkt werden kann. Die Tumoren werden also rechtzeitig abgefischt, bevor sie aggressivere Formen annehmen können.

Die Analyse des Instituts für Epidemiologie und Sozialmedizin an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und dem Epidemiologischen Krebsregister Nordrhein-Westfalen zeigt: Mit der flächendeckenden Durchführung des Screenings (ab 2009) ging die Diagnoserate für fortgeschrittenen Brustkrebs in den Altersgruppen signifikant zurück, in denen Frauen zum Mammographie-Screening eingeladen wurden – im Jahr 2013 lag die Rate in dieser Gruppe deutlich niedriger als vor Einführung des Programms. Bei jüngeren und älteren Frauen war dagegen ein solcher Trend nicht zu verzeichnen. Die Autoren deuten dies als Hinweis darauf, dass durch das Screening-Programm Tumoren rechtzeitig im Frühstadium „abgefischt“ werden, bevor sie aggressivere Formen annehmen können.

Erste Studie aus Deutschland untersucht Erkrankungsraten vor und nach Einführung des Screenings
Die Studienautoren untersuchten erstmals die zeitliche Veränderung der Neuerkrankungsrate an fortgeschrittenem Brustkrebs vor, während und nach flächendeckender Einführung des Mammographie-Screenings in Deutschland bei Frauen zwischen 45 und 79 Jahren in einer regionalen Zielbevölkerung. Dazu bezogen sie rund 14.000 gemeldete Brustkrebsfälle von 2000 bis 2013 für den Regierungsbezirk Münster ein. Berücksichtigt wurden nur invasive Brustkrebserkrankungen, also Tumoren, die bereits in das umliegende Gewebe eingedrungen sind. Als fortgeschritten gelten bösartige Brusttumore, die größer als 20 Millimeter sind oder die Lymphknoten befallen haben. Zu den frühen Stadien zählen die kleineren Tumoren ohne Lymphknotenbefall.

Ergebnisse deuten auf Effekte für ganz Deutschland hin
Nach flächendeckender Implementation des Screenings fanden sich kontinuierliche Abnahmen der Erkrankungsraten für fortgeschrittene Brustkrebsstadien unter den Screening-berechtigten Frauen im Regierungsbezirk Münster. Die Wissenschaftler diskutieren, dass aufgrund der bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards auch in Gesamtdeutschland mit einer Senkung der Rate an fortgeschrittenen Tumorstadien durch das Mammographie-Screening-Programm gerechnet werden kann.

Literaturnachweis: Trends in advanced breast cancer incidence rates after implementation of a mammography screening program in a German population; Alexandra Simbrich, Ina Wellmann, Jan Heidrich, Oliver Heidinger, Hans-Werner Hense; doi:10.1016/j.canep.2016.07.006


Hitliste der FAQ
(Häufig gestellte Fragen)

"Was ist der Unterschied zwischen dem Mammographie-Screening-Programm und einer Mammographie bei meiner Radiologin oder meinem Radiologen?": Das ist die Frage, die Frauen am häufigsten im noch jungen Internetportal http://fragen.mammo-programm.de angeklickt haben. Seit vier Monaten ist der Bereich „Fragen und Antworten“ zum Mammographie-Screening online. Schon 8.000 Besucher nutzten das mehrsprachige Serviceangebot.

Die Hitliste der FAQ auf einen Blick:
"Warum wird die Untersuchung erst ab 50 Jahren angeboten?"
• "Was ist, wenn ich keine Einladung bekommen oder sie verlegt habe?"
"Warum wird mir eine Mammographie im Screening-Programm angeboten?"
• "Von wem wird das Mammographie-Screening-Programm getragen?"
• "Warum wird die Untersuchung nur bis 69 Jahre angeboten?"
"Was bedeutet es, wenn Brustkrebs festgestellt wurde?" 
• "Kann das Mammographie-Screening-Programm empfohlen werden?"
• "Warum habe ich bei der Mammographie keinen Kontakt zu einer Ärztin oder einem Arzt?"
• "Wenn ich Beschied bekomme, dass etwas Verdächtiges gefunden wurde, muss ich dann beunruhigt sein?"
"Was ist eine Überdiagnose?"

Anschaulich: Tut die Mammographie weh?

Genau diese Frage treibt nicht wenige Frauen um, wenn sie das erste Mal eine Einladung zum Screening in ihrem Briefkasten vorfinden. Jede erfahrene Röntgenassistentin kann darauf sicher eine gute Antwort geben und durch einen behutsamen Umgang während der Untersuchung Ängste nehmen. Bevor eine Frau jedoch den Weg in die Praxis oder ins Mammobil nimmt, kann sie sich nun schon im Vorfeld informieren, was genau bei der Mammographie passiert. Ein neuer zweiminütiger Animationsfilm führt durch den Ablauf der Untersuchung und klärt darüber auf, warum bei der Mammographie Druck auf die Brust ausgeübt werden muss. Frauen erfahren auch, dass die Untersuchung nur wenige Minuten dauert und der Druck gesundheitlich unbedenklich ist.

► Wollen Sie mehr SEHEN? Film „Tut die Mammographie weh?“

Qualitätssicherung im Mammographie-Screening-Programm

Die hohe Qualität des Mammographie-Screenings ist unbestritten. Selbst Kritiker räumen ein, dass es derzeit das beste Angebot zur Brustkrebsfrüherkennung ist. An diesem Erfolg sind alle im Screening Tätigen beteiligt. Der wichtigste Part bei der Qualitätssicherung kommt den fünf Referenzzentren (in Berlin, Marburg, München, Münster, Oldenburg) zu. Sie schaffen die Basis für die fachliche Qualifizierung für Programmverantwortliche ÄrztInnen, Befunder, Pathologen und radiologische Fachkräfte. Regelmäßig bieten die Referenzzentren Fortbildungen, Kurse und angeleitete Tätigkeiten an.

Ein Beispiel ist der zweitägige Multidisziplinäre Kurs, der für ÄrztInnen und radiologische Fachkräfte verpflichtend ist. Allein in 2013 nahmen rund 300 Personen daran teil. Insgesamt besuchten 620 Teilnehmer die Fortbildungskurse zum Nachweis der fachlichen Befähigung. Bevor Programmverantwortliche und befundene ÄrztInnen sowie radiologische Fachkräfte ihre Arbeit in der Screening-Einheit aufnehmen, müssen sie in einem Referenzzentrum hospitieren. Die „angeleiteten Tätigkeiten“ wurden von rund 300 Teilnehmern absolviert. Weitere 1.150 Teilnehmer (radiologische Fachkräfte, Befunder, Pathologen) verzeichneten die Fortbildungen zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der fachlichen Befähigung. Somit wurden 2013 mehr als 2.100 ÄrztInnen und radiologische Fachkräfte durch die Referenzzentren fachlich fortgebildet.

Mehr Einblick in die aktuellen Daten der Qualitätssicherung gibt Ihnen der Jahresbericht Qualitätssicherung 2013.

Das aktuelle Fortbildungsangebot finden Sie im Fachservice der Kooperationsgemeinschaft Mammographie.  


Grafik: Facebook-Kanal der Kooperationsgemeinschaft Mammographie